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brösel’s abenteuer

Brösel begegnet Ruder Rosi

Die starke Frau mit dem Rhythmus der Donau – Zwischen Strömung und Charakter

Der Morgen an der Donau war ruhig. Fast ein bisschen zu ruhig für meinen Geschmack. Ich trottete am Ufer entlang, wie so oft – die Nase voraus, die Ohren wach und immer bereit für alles, was raschelte, plätscherte oder interessant roch.

Dann hörte ich es.

Platsch.
Platsch.

Ich blieb stehen, hielt meine Nase in die Luft und schnupperte.

Auf dem Wasser tauchte ein Ruderboot auf. Nicht einfach so ein Ruderboot – eines, das sich kraftvoll gegen die Strömung arbeitete. Und mittendrin: eine Frau, die wirkte, als wäre die Donau ihr zweites Zuhause.

Ruder Rosi.

Sie bewegte sich nicht einfach übers Wasser. Sie zog durch. Gleichmäßig. Kraftvoll. Als würde die Donau genau wissen, dass sie heute keine Chance hatte.

Ich ging ein paar Schritte näher ans Ufer. Wasser war ja grundsätzlich mein Element – zumindest, solange ich selbst entschied, wann ich hineinging.

„Na du neugieriger Bursche!“ rief sie. „Willst a Stückerl mitfahren?“

Ich setzte vorsichtig eine Pfote ins Wasser. Nur zum Testen natürlich. Man musste ja wissen, worauf man sich einließ. Dann noch eine – und im nächsten Moment rutschte ich auf einem nassen Stein weg und landete… sagen wir mal… nicht ganz freiwillig im Boot.

Rosi lachte laut.

„A Wasserratte bist du also. Gut so!“

Ich schüttelte mich kurz und setzte mich hin. Möglichst stabil. Das mit dem Gleichgewicht auf so einem Boot war nämlich gar nicht so einfach, wie es aussah.

Während wir übers Wasser glitten, erzählte sie mir von ihren Runden. Von frühen Morgenstunden, wenn noch alles still war. Vom Gegenwind. Von Tagen, an denen die Donau ruhig war – und von denen, an denen sie sie forderte.

Ich hörte zu. Also… so gut ich konnte. Nebenbei versuchte ich nämlich, nicht wieder ins Wasser zu kippen.

Aber eines merkte ich schnell: Bei Rosi war alles echt. Keine halben Sachen. Da steckte Kraft drin. Wärme. Und etwas, das blieb – so wie ihr Lachen, das noch über das Wasser nachhallte.

Am anderen Ufer legte sie an, zog noch einmal kräftig durch und nickte mir zu.

„Du kannst wieder vorbeischaun, wenn du magst. Die Donau is groß genug für uns zwei.“

Ich sprang aus dem Boot, schüttelte mich ordentlich und blieb einen Moment stehen. Ein bisschen stolzer vielleicht. Ein bisschen wacher als vorher.

Dann lief ich zurück am Ufer entlang.

Und während die Donau hinter mir weiterrauschte, dachte ich mir:
Das war bestimmt nicht meine letzte Begegnung.

Wenn du wissen willst, wie sich echte Stärke schmeckt, dann steig ein – Ruder Rosi wartet schon.

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